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Wohnstil: wie wohnen die Einheimischen?

 

Die Einheimischen wohnen in quaderförmigen Häusern, die meistens zwei Zimmer besitzen.
Auf den flachen Dächern, die als Terrassen genutzt werden, verbringen die Bewohner jeden
sommerlichen Abend. Im Sommer schlafen die Bewohner des Ostens auf Gerüsten, die sie auf ihren
Terrassen oder den flachen Hausdächern aufstellen. Noch vor zehn Jahren schliefen sie völlig unter freiem Himmel.
Jedoch werden Mücken in dieser Gegend immer häufiger. So sehen sich die Bewohner gezwungen,
Moskitonetze über das Gerüst aufzuspannen.

Ein Schlafgerüst, auf dem bis zu vier Personen Platz finden
 

 

Die Sommernächte sind sehr angenehm: der Besucher schläft am besten auf einem dieser Gerüste.
In Zimme
rn zu schlafen wird abgeraten, da ihre tagsüber aufgeheizten Wände abends die Zimmer
zu Saun
en verwandeln.  gibt es in Yeni Halfeti noch keine Herbergen für auswärtige Besucher.
In Eski Halfeti aber sind Herbergen in typisch osmanischen Häusern errichtet worden.
Dort können sich auswärtige Besucher niederlassen. Mehr Infos erhalten Sie unter der Rubrik "Nützliche Adressen".

Traditioneller Wohnstil in Karamezre (und Umgebung)

Eine Tochter besucht ihren Geburtsort;
in diesem Haus ist auch ihre Mutter mit ihren vielen Geschwistern aufgewachsen.

Viele Häuser in Karamezre wurden von ihren Besitzern selbst erbaut.
Sie wurden jeweils an die nächste Generation weitergereicht und haben sich deswegen nur wenig verändert.
Vielen alten Häusern ist anzusehen, dass sie mit grosser Mühe und 
viel Kreativität erbaut worden sind.
Jeder Stein musste eigenhändig zurechtgeschlagen werden.
Die Fenster der alten Häuser sind unterschiedlich geformt,
Türen mit Rundbögen stehen neben kantigen Toren
und Dächer, die als Schlafplatz dienen; 
ein Zeichen dafür, wie gut die Bewohner schon damals
mit Extremsituationen umgehen konnten.

Das Haus, in dem unsere Bewohner wohnen, ist sehr simpel strukturiert;
meist sind die Häuser rechteckig, die Wohnung besteht - pro Etage - aus max. 2 Zimmern,
die aneinanderliegen. Dabei hat jedes davon eine eigene Eingangstür.
Früher waren alle Häuser einstöckig (also "Par-Terre").
Mit der Zeit bauten die Bewohner weitere Zimmer, die direkt über die alten gebaut wurden.
Dies ist möglich, weil alle Häuser Dächer haben, die flach sind. Diese Flachdächer haben eine wichtige Funktion;
denn in Sommermonaten beginnen die Zimmer sich stark zu erwärmen,
weil die Wände tagsüber aufgeheizt werden. Die so gespeicherte Wärme wird dann gegen Abend abgegeben.
Deshalb flüchten die Bewohner abends auf die Dächer oder Terrassen,
wo sie schliesslich jeden sommerlichen Abend verbringen.
Man schläft unter offenem Himmel oder betrachtet die funkelnden Sterne,
da es im Dorf noch keine Nachtbeleuchtung gibt.
Die Dächer dienen auch als Essplatz.

 

 

Die Aussenwände des Hauses bleiben normalerweise unbemalt, während die Innenwände weiss gestrichen werden. 
Die Wände sind mit kleinen Fenster ausgestattet.
Über ihnen hängen dicke Vorhänge, die erst abends geöffnet werden.
Trotz der Tatsache, dass die Häuser von Grossfamilien (mehr als 3 Kinder) bewohnt werden,
scheinen zwei Zimmer mehr als ausreichend zu sein.
Schliesslich haben auch die Eltern so gelebt, und damals waren die Familien
deutlich grösser (9 Kinder waren früher üblich...).
Orientalische Teppiche bedecken den kahlen Betonboden, der regelmässig gesäubert werden muss.
Dabei rollt man die Teppiche zusammen, stellt sie senkrecht an die (aüssere) Wand und
wischt mit einem Besen das Gröbste weg.
Der Betonboden kann auch gewaschen werden.

Sessel, Stühle oder Tische sind (noch) nicht verbreitet, denn wie üblich sitzt man auf gepolsterten Matten, die an die Wand plaziert sind. Die Menschen lehnen sich mit ihrem Rücken and die Wand, wenn sie sitzen. Damit die Sitzposition auch bequem bleibt, stehen an der Wand feste rechteckige Kissen, die den Rücken schonen sollen.
Bettgestelle sowie bereitliegende Schlafmatratzen, wie sie in Europa üblich sind, gibt es hier nicht.
Als Schlafmatratzen dienen dick gepolsterte Matten, die jeden Abend aufgedeckt werden.
Am folgenden Morgen, wenn alle aufgewacht sind, werden sie wieder zusammengefaltet und zu ihrem Stellplatz zurückgebracht.

Wichtig; all diese "Möbel" sind Handanfertigungen.
Die rechteckigen, festen Kissen, sind mit Stroh gefüllt.
Die Sitz- und Schlafmatten werden mit Schafsflies gefüllt;
sie sind mit orientalischen Farben und Motiven beschmückt, die wiederum handgemacht sind.
Die zusammengefalteten Schlafplätze bleiben zwar in der Wohnung, jedoch liegen sie nicht im Zimmer herum.
an den Innenwänden gibt es rechteckige Hohlräumem, in denen die zusammengefalteten
Schlafplätze gelegt werden. Ein grosser, dunkler Vorhang deckt diesen Platz zu.
Auch über den Fenstern liegen schmale Hohlräume, die eine ähnliche Funktion haben.

In einem dieser Zimmer zu sitzen kann sehr angenehm sein. 
Für Touristen und Auswärtige ist die Sitzposition zwar gewöhnungsbedürftig,
aber man gewöhnt sich schnell daran...

 


 

 


 

 

 

 




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