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GAP: Ein
Bewässerungsprojekt und seine Folgen
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Atatürk-Staudamm mit Stausee
in Südostanatolien
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Durch die Realisierung des GAP-Projektes ging die
einst
lebendige Stadt Halfeti zu zwei Drittel unter. Sie
musste
deshalb umgesiedelt werden. Die neu erbaute Stadt
heisst
"Yeni Halfeti" (Neues Halfeti).
In diesem Text erfahren Sie mehr über das
GAP-Projekte und seine Folgen.
»Ne mutlu türküm
Diyene« (Glücklich ist, wer sich Türke
nennen darf); dieser Leitsatz des türkischen Staates
ist mit riesigen Buchstaben auf dem Staudamm des
Atatürk-Stausees eingemeisselt. Es bezieht sich auf
das »Jahrhundertprojekt« der türkischen Nation,
womit dem Land der Sprung in die Neuzeit gelingen
soll.
Mehr als zehn Jahre dauerte der Aufbau des
Atatürk-Damms, einen der größten Staudämme der Welt
(160m Höhe), zwischen den Städten Adiyaman und Urfa.
Sein Stausee ist mit 800 Quadratkilometern Fläche
fast anderthalb Mal so gross wie der Bodensee.
Der Atatürk-Damm ist Teil
des aufwendigen, integrierten Entwicklungsprogramms
»Güneydogu Anadolu Projesi« (Südostanatolien-Projekt).
Bis 2010 sind 22 neue Staudämme und 19
Energiegewinnungsanlagen geplant,
die bis zu 8.000 kWh erzeugen und vor allem den
Westen mit Strom beliefern sollen.
Ausserdem soll durch Bewässerungsanlagen die
landwirtschaftliche Produktion im Südosten
gesteigert werden (besonders in der Harran-Ebene,
1,6 Mio. ha gross).
So könnte (und kann) also die Türkische Republik mit
Hilfe der Staudämme die Wassermengen bestimmen, die
von Euphrat und Tigris nach Syrien und in den Irak
fließen;
die Türkei wird also zur regionalen
Wassersupermacht.
Konflikte mit den Nachbarn sind vorprogrammiert....
Positive Folgen des GAP-Projekts
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Jahrtausende alte Stadt Harran,
früher mit dem Garten Eden verglichen: die
typischen Formen der Lehmhäuser und die
erste Universität der Menschheit mit Turm
für die Sternenbeobachtung.
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- Es wird der
Entwicklung der armen, lange Zeit benach-
teiligten Region Südostanatolien beigetragen;
-
durch Staudämme und Bewässerungsanlagen
erreicht das Wasser weites Hinterland
-
Industrialisierung (die aber hauptsächlich für den
Stromzufuhr in den Westen bestimmt ist)
an den Flüssen Euphrat und Tigris.
-
bessere Infrastruktur (durch die neuen industriellen
Strom-
und Bewässerungsanlagen werden neue Strassenwege
gebaut)
-
Landwirtschaft wird gefördert; z.B. Baumwolle für
den Export
--> sehr wichtig! In dieser trockenen Gegend
könnten so
starke Ertragssteigerungen erreicht werden.
-
Landwirtschaftliche Rohstoffe wären der Schlüssel
für
die aufblühende Industrie.
-
Genügend Strom und Wasser für die Gegend.
- Konflikt zwischen der türkischen
Zentralregierung und den Kurden soll entschärft
werden,
dessen Ursachen unter anderem Marginalisierung und
Armut sind.
- Der Tourismus
würde dadurch gefördert
Negative Folgen
des GAP-Projekts
-
Das Projekt wird scharf kritisiert;
- Umsiedlung
- viele Dörfer, in denen vor allem Kurden leben,
werden überflutet und müssen umgesiedelt werden
--> fördert passiv die Türkisierung der Kurden.
- Zwangsumsiedlung; Verstädterung nimmt zu
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Zeugma
während der grössten Notausgrabung der
Geschichte
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(wegen
Auswanderung der Dorfbewohner)
--> Slums in Städten werden häufiger, weil es für
die Betroffenen
schwierig wird, sich den neuen Bedingungen
anzupassen.
--> Die Stadt Halfeti ist durch den Aufbau des
Birecik-Damms
am stärksten von der Umsiedlung und ihren
Folgen betroffen.
- das Einzugsgebiet der ältesten Zivilisationen geht
verloren;
historisch und kulturell wertvolle Stätten
versinken:
--> Die röm. Stadt Zeugma (um 200 eines der
wichtigsten Handelshafenstätte des Oström.
Reiches), in der viele Villen und Mosaiken gefunden
wurden, liegt heute unter Wasser.
--> Auch die steinzeitliche Siedlung in Nevali
Cori (kurdisch, "Tal der Katastrophen", 10 000 - 8
000 v.Chr.) in der Provinz Urfa ist seit 1992
überflutet. Hier waren erstmals für die Zeit um
7.000 v.Chr. Tempel mit Menschenbildnissen und
massive Steinhäuser gefunden worden.
--> mit dem Bau eines weiteren Staudamms
(Ilisu-Staudamm)
wird auch die Stadt Hasankeyf (mittelalterliche
Stadt) untergehen...
- Es ist schwer
nachzuvollziehen, weshalb durch das GAP-Projekt der
Tourismus gefördert werden soll.
- Das Wasser ist im Mittleren Osten ein
Machtinstrument
--> entstehen so Konflikte zwischen Türkei, Syrien
und Irak?
- Umweltaspekte
- Durch
grossflächiges Bewässern besteht die Gefahr der
Versalzung des Bodens
(lässt sich nur durch richtige Bodenbehandlung
beherrschen.
Folglich müssen die Bauern dieser Region darüber
aufgeklärt werden...)
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Vom
Aussterben bedrohter Waldrapp
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- Mit der
Intensivierung der Landwirtschaft steigt auch die
Anwendung von
Insektiziden und anderen "schädlichen
Schädlingsbekämpfern"
--> Gefahr für das Grundwasser.
- massiver Eingriff in die Natur; sehr viele
Tierarten -darunter auch der Waldrapp-
verlieren ihr Zuhause und sterben (aus).
- Grosse Wasserreservoirs haben Auswirkungen auf das
Klima;
Pilzkrankheiten könnten die vielen
Pistazienplantagen
(die ja dem lokalen Klima angewiesen sind)
befallen.
-
Politische Aspekte
- Syrien
und Irak haben Angst, dass die Türkei ihnen das
Wasser
nach Lust und Laune zu- und aufdrehen könnte.
Die Türkei hat jedoch versprochen, ihnen pro Jahr
die Hälfte des Wasserdurchflusses zu überlassen.
- Für
die Betroffenen
- Die
fruchtbaren Gebiete, die sie für lange Zeit
bebauten, geht mit einem Schlag verloren.
Sie sind dem Bauernleben gewohnt, die meisten von
ihnen haben keine Schule besucht,
dementsprechend niedrig ist auch ihr
Bildungsstand. Der Staat verspricht, ihnen ein neues
Zuhause
zur Verfügung zu stellen. Damit ist ihr
Lebensunterhalt aber bei Weitem nicht gesichert.
Auch wenn neue Bewässerungsanlagen gebaut werden;
die Menschen müssen
ihr Leben völlig neu einrichten.
Diejenigen, die das Bauernleben fortsetzen, müssen
neue landwirtschaftliche Nutzfläche
suchen, es erwerben und es neu bebauen.
Andere wandern in die nahegelegenen Städte aus,
was wiederum Probleme mit sich bringt.
Quellen; - http://www.inwent.org/E+Z/1997-2002/ez601-5.htm
- http://www.uni-muenster.de/PeaCon/wuf/wf-98/9840700m.htm |